Schon 50 und immer noch eine Erfolgsstory: Boliviensammlung der Katholischen Jugend am 29. Oktober!

Trier. – Am Samstag, den 29. Oktober 2016, wird die Boliviensammlung von rund 1.500 Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern. Ab 9 Uhr sind die Ehrenamtlichen zugunsten der Bolivienpartnerschaft der Katholischen Jugend im Bistum Trier unterwegs und sammeln die bereitgestellten Kleiderspenden ein.

„Gerade im Jahr des 50sten Jubiläums rufen wir zur tatkräftigen Unterstützung der Kleidersammlung der Bolivienpartnerschaft auf, damit der Erfolg dieser Solidaritätsaktion weitergehen kann. Das 50jährige Jubiläum war für uns Grund genug, das „Gewand“ der Aktion zu erneuern: der Kleidersack, das Plakat und ein eigenes Logo für die Sammlung: BOLIVIENSAMMMLUNG, mit dem ergänzenden Untertitel und neuem Motto ‚Gebrauchte Kleider werden Bildung‘“, so Matthias Pohlmann vom Bolivienreferat des BDKJ in Trier.

Seit 50 Jahren ermöglichen die Erlöse aus der Aktion die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen in Bolivien. 23.000 Kinder und Jugendliche erhielten so eine bessere Zukunft. Für das solidarische Engagement bei der Straßensammlung und für große Spendenbereitschaft sagt der BDKJ im Namen der Partnerinnen und Partner in Bolivien ein herzliches Dankeschön! Allen Helferinnen und Helfern wird am Sammeltag ein kleines Dankeschön aus Bolivien überreicht.

Die Erlöse aus der Aktion dienen der nachhaltigen Unterstützung von zwei Organisationen in Bolivien. Die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca–Trier“ unterhält 25 Ausbildungszentren für ca. 2.000 Kinder und Jugendliche auf dem Land. Wichtige neue Schwerpunkte der Arbeit sind z.B. die Förderung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen und die Entwicklung von Maßnahmen angesichts des deutlich spürbaren Klimawandels. Der zweite Partner, die „Nationale Jugendpastoral“ Boliviens (PJV), fördert und koordiniert die katholische Jugendarbeit für das ganze Land.

Der BDKJ Trier ist Mitglied im Dachverband FairWertung e.V. Die Boliviensammlung wird seit vielen Jahren nach den Standards von FairWertung für eine faire und transparente Kleidersammlung durchgeführt. (www.fairwertung.de)

Wichtig für die Kleidersammlung: Es wird darum gebeten, die gut verpackten Kleidersäcke am Aktionstag bis 9.00 Uhr gut sichtbar an die Straße zu stellen. Gesammelt werden Kleidung, Schuhe (paarweise gebündelt) und Haushaltswäsche. Stark verschmutzte und stark beschädigte Kleidung sowie einzelne Schuhe gehören nicht in die Boliviensammlung.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.boliviensammlung.de, beim BDKJ in 54290 Trier, Weberbach 70, Tel: 0651/9771-100 und bei in der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral in Dillingen (Telefon: 0 68 31/9 45 89 20).

Fotos der Boliviensammlung sind in folgendem Link zu sehen:Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.somos-muchos.de

Erfolgreiche Frühjahrssammlungen im Jubiläumsjahr: Das 50. Jahr der Boliviensammlung ist geprägt durch neues Outfit, viel Unterstützung und gute Sammelmengen!

 Bad Kreuznach, Trier, Koblenz – Insgesamt 939,76 Tonnen gebrauchte Kleidung und Schuhe wurden an drei Sammlungstagen (16. und 30. April sowie 21. Mai) gesammelt. Dieses Ergebnis liegt nur knapp unter dem Vorjahr (-2,36 %, 962,48 t). Die Boliviensammlungen im rheinland-pfälzischen Gebiet des Bistums Trier gewährleisten das, was das neue Logo der Aktion verspricht: „Gebrauchte Kleider werden Bildung“. Kleiderspenden im Bistum Trier ermöglichen konkret Bildung für Bedürftige in Bolivien. 

Allen Helferinnen und Helfern wurde ein besonders Dankeschön im Rahmen der Aktion überreicht. „Diese in Bolivien angefertigten Schlüsselanhänger symbolisieren eine Brücke von Bolivien nach Deutschland“, so Matthias Pohlmann vom BDKJ-Bolivienreferat. „Im Jubiläumsjahr sagen wir allen Engagierten sowie allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön. Gleichzeitig bitten wir weiterhin um rege Unterstützung für die Boliviensammlung, damit auch zukünftig Kinder und Jugendliche in Bolivien eine bessere Zukunft erhalten.“ In den 50 Jahren wurden insgesamt 89.000 Tonnen an Gebrauchtkleidung und Schuhen gesammelt. Diese Spenden ermöglichten 23.000 Kindern und Jugendlichen eine Schulausbildung. 

Die Erlöse aus der Verwertung der gesammelten Kleidung und der Schuhe kommen konkret benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Bolivien zugute:

Zwei Partnerorganisationen in Bolivien werden mit den Erlösen aus der Aktion gefördert: Die Jugend- und Berufungspastoral Boliviens (PJV) und die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca – Trier“. Die Stiftung engagiert sich dafür, jährlich rund 2.000 benachteiligte Kinder und Jugendliche auf dem Land von Chuquisaca in ihrer Schul- und Berufsausbildung und in ihrem Alltag in den Internaten entsprechend ihrer Fähigkeiten zu fördern und ganzheitlich zu betreuen. Daneben ist die Inklusionsarbeit ein Schwerpunkt. Hierbei steht das Anliegen im Vordergrund, Menschen mit physischen und psychischen Behinderungen oder auch Kinder mit Lernschwächen angemessen zu unterstützen. 

Die Boliviensammlung wird unter dem Zeichen FairWertung durchgeführt und unterscheidet sich damit qualitativ deutlich von anderen Sammlungen. Zu den verbindlichen Standards gehören u. a. Gemeinnützigkeit, klare und wahrheitsgemäße Information, Umweltschutz und verantwortliche Entsorgung sowie umfassende Transparenz und Kontrolle. Der Dachverband FairWertung e.V. informiert über die Entwicklung auf dem weltweiten Markt für Second Hand Kleidung. Weitere Infos: www.bolivienkleidersammlung.de und www.fairwertung.de.

„Man tut eine gute Tat und es macht Spaß“ - Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Bolivienkleidersammlung

Bischof Ackermann (links) legt einen gepackten Keidersack auf den Transporter. Neben ihm: Der bolivianische Erzbischof Jesus Juarez Parraga

Trier/Koblenz/Saarbrücken – „An die Tüten“, tönt der motivierende Ruf auf der Marienburg. Bunt-gepunktete Bettwäsche, ein blau-gestreiftes Oberteil. Alles landet schnell vom aufgeschütteten Kleiderhaufen im Sack. Dann schnürt Bischof Dr. Stephan Ackermann ihn zu, und legt ihn auf einen Transporter. Und es geht weiter zur nächsten Station des Parcours. Fragen beantworten: „Seit wann gibt es die Bolivienkleidersammlung?“ 1966 ist die korrekte Antwort. Seit genau 50 Jahren. Und anlässlich dieses Jubiläums haben sich rund 100 Vertreter der Katholischen Jugendarbeit am 10. Juni auf der Marienburg bei Zell getroffen. Zum Festakt – der mit einer Spielrunde begann – kam neben Bischof Dr. Stephan Ackermann auch der bolivianische Erzbischof aus Sucre, Jesús Juárez Párraga.

„Man tut eine gute Tat und es macht Spaß.“ So hat Bischof Ackermann selbst als Jugendlicher die Kleidersammlung in seiner Heimat Nickenich erlebt. Die Bolivienkleidersammlung sei eine „wunderbare Sache“, und einzigartig in ihrer Beständigkeit und räumlichen Ausdehnung, erklärte er weiter. Zudem führe sie junge Leute an die Weltkirche heran, zeige die Idee der Verbundenheit und Nähe. „Sie vermittelt jungen Leuten einen konkreten Bezug zu einem faszinierenden Land“, sagte auch der Trierer Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster. „Das kann man gar nicht hoch genug schätzen.“

Rund 89.000 Tonnen Kleidung sind in den letzten 50 Jahren gesammelt worden, wodurch rund 22 Millionen Euro zusammenkamen. Das Geld ermöglichte für über 23.000 Kinder und Jugendliche in Bolivien eine Schulbildung. Insgesamt leistete die Katholische Jugend 2,5 Millionen Stunden ehrenamtliches Engagement für die Bolivienkleidersammlung.

„Somos muchos“, wir sind viele. Das ist das aktuelle Schlagwort der Kleidersammlung. „Und das soll auch so bleiben“, sagte Bischof Ackermann. Er bedankte sich bei allen, die die letzten fünf Jahrzehnte Kleidersammlung für das Partnerland des Bistums Trier mitgestaltet haben. Am Anfang standen Johannes Grewe, von 1965 bis 1971 Bolivienreferent im Bistum, und Helga Koster, die Anfang der 1970er Jahre Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend wurde. „Ich freue mich, dass eine Geschichte, die ich vor 50 Jahren begonnen habe, heute noch so lebendig ist“, sagte Grewe beim Festakt. Dass die erste Sammlung so gut „geklappt“ habe, das habe ihn selbst überrascht. Für die Werbung musste er sich damals noch rund 6.600 Mark leihen. Eingenommen wurden bei der ersten bistumsweiten Aktion dann 931.000 Mark. Auch Koster blickt positiv zurück auf die Anfänge der Kleidersammlung und der Partnerschaft. „Es ist wichtig, dass wir Menschen in anderen Ländern kennenlernen und Begegnungen schaffen.“ Sie sei sehr stolz, dass es heute noch das Bolivienreferat gebe. Und sie freue sich, dass die Partnerschaft gewachsen sei.

Eine „tiefe Anerkennung für die geleistete Arbeit und die treue Freundschaft“ mit Bolivien sprach Erzbischof Juárez Párraga aus. „Im Namen aller Begünstigten bedanke ich mich ganz herzlich.“ Er hoffe, dass die „Bande der Freundschaft sich weiter vertiefen und verfestigen“ werden. „Ich blicke sehr zuversichtlich in die Zukunft“, sagte Grewe. Und Susanne Kiefer, BDKJ-Diözesanvorsitzende, bekräftigte: „Wir starten motiviert in die nächsten 50 Jahre.“ 

Weitere Inforamtionen unter: www.boliviensammlung.de. Die nächsten Kleidersammlungen sind am 24. September in der Region Saarbrücken und am 29. Oktober in der Region Saar-Hochwald.

Quelle: Pressestelle Bistum Trier

50 Jahre Treue - Boliviensammlung der katholischen Jugend existiert seit einem halben Jahrhundert

Pressegespräch anl. des Jubiläums: v.l.n.r. Matthias Pohlmann (BDKJ), Susanne Kiefer (BDKJ), Bischof Dr. Stephan Ackermann, Dr. André Uzulis

Trier – Rund 89.000 Tonnen Kleidung, Einnahmen von rund 22 Millionen Euro und über 23.000 Kinder und Jugendliche in Bolivien, denen eine Schulbildung ermöglicht wurde: Das ist die Bilanz von 50 Jahren Boliviensammlung im Bistum Trier. Seit 1966 gibt es die Kleidersammlung der katholischen Jugend – und in ihrem Jubiläumsjahr geht es im neuen Gewand weiter. „Gebrauchte Kleider werden Bildung“ ist das Motto, unter dem die Sammlung mit neuem Logo und neuem Auftritt auch künftig dafür sorgt, dass Kinder und Jugendliche im lateinamerikanischen Partnerland des Bistums unterstützt werden. „Wirklich eine Erfolgsgeschichte durch Höhen und Tiefen“ nannte Bischof Dr. Stephan Ackermann die Aktion am 4. April in Trier. Die Kleidersammlung sei nach der Verbindung auf Ebene der Bischöfe das „zweite Standbein“ der Partnerschaft zwischen der Trierischen und der bolivianischen Kirche. Sie werde wesentlich getragen durch die Jugend, und diese „50 Jahre Treue“ seien nicht hoch genug zu schätzen, würdige Ackermann das Engagement der haupt- und vor allem ehrenamtlich Mitarbeitenden. Die Kleidersammlung sei Bildungsarbeit – das habe er selbst als junger Mann in der katholischen Jugend erfahren. Durch die Aktion sei Bolivien für jemanden, der im Bistum großgeworden ist, kein unbekanntes Land. 

Susanne Kiefer, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier, erklärte, im Jubiläumsjahr gebe es neben einem Festakt auf der Marienburg dezentrale Veranstaltungen wie die „2ndHemd&Hose“-Märkte oder eine Fahrt zum Sortierbetrieb eine Fotomitmach-Aktion sowie Dankeschön-Geschenke und -Veranstaltungen für alle Engagierten. Dass jährlich bis zu 10.000 junge Leute es ermöglichten, dass rund 2.000 Kinder pro Jahr in Bolivien eine Schulbildung erhalten, mache den Verband stolz. Die zunehmende Konkurrenz auf dem Kleidersammelmarkt stelle den Verband vor neue Herausforderungen, sagte Kiefer und betonte, die Boliviensammlung sei nachhaltig und fair und wolle gezielt und transparent informieren, was mit den Kleider passiere. „Wir möchten, dass gerade junge Leute bewusst mit Kleidung umgehen, und die Verbraucher selbst entscheiden, was sie mit ihren Altkleider machen“, ergänzt Matthias Pohlmann, beim BDKJ für die Boliviensammlung zuständig. Rund 40 Prozent der gesammelten Kleidung sei noch tragbar, weitere 40 Prozent gingen in den Recycling-Kreislauf ein, 20 Prozent würden ordnungsgemäß als Abfall entsorgt, informierte Pohlmann. Die Erlöse gehen zu 80 Prozent an die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca – Trier in der Erzdiözese Sucre, die damit rund 25 Ausbildungszentren auf dem Land unterhält. Die restlichen 20 Prozent unterstützen die Arbeit der Nationalen Jugendpastoral Boliviens. 

Informationen rund um die Boliviensammlung, das neue Erscheinungsbild und vieles mehr sind unter www.boliviensammlung.de zu finden. 2016 wird am 16. April in der Sammelregion Trier/Westeifel/Eifel-Mosel-Hunsrück gesammelt, am 30. April in der Region Rhein-Hunsrück-Nahe, am 21. Mai in der Region Koblenz und Rhein-Mosel-Ahr sowie am 24. September in der Region Saarbrücken und am 29. Oktober in der Region Saar-Hochwald.

Quelle: Bischöfliche Pressestelle Trier


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Wesentliche Säule der Partnerschaft

Wittlich, 30. Mai – Schon um kurz nach 10 Uhr an diesem letzten Samstag im Mai fliegen die ersten Kleidersäcke durch die Luft: Einige der grünen Traktoren mit ihren voll beladenen Anhängern sind aus den umliegenden Dörfern eingetroffen, um am sogenannten Ladepunkt auf dem großen Hof der Feuerwehr im Wittlicher Industriegebiet ihre alte und doch kostbare Fracht abzuliefern. Ohne Verzögerung reichen – oder werfen – Jugendliche in gelben Warnwesten die eingesammelten Altkleidersäcke von Hand zu Hand, um sie auf der riesigen Ladefläche eines LKWs zu stapeln. Kurz nach 13 Uhr wird der 40-Tonner vollbeladen seine Reise in einen Sortierbetrieb antreten – und die Partnerschaft der Jugend im Bistum Trier mit Gleichaltrigen in Bolivien um einen gewichtigen Beitrag reicher machen.

Wesentliche Säule der Bolivienpartnerschaft

Denn die jährlichen Altkleidersammlungen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Trier sind eine wesentliche Säule der Bolivien-Partnerschaft. Konkret wird mit den Erlösen die Stiftung "Solidarität und Freundschaft Chuquisaca-Trier" unterstützt, die 25 Ausbildungszentren für benachteiligte Kinder und Jugendliche auf dem Land unterhält. "Wichtige neue Schwerpunkte der Stiftung sind zum Beispiel die Förderung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen und die Entwicklung von Maßnahmen angesichts des deutlich spürbaren Klimawandels", erklärt Matthias Pohlmann vom Bolivienreferat des BDKJ. Außerdem werde als Partnerorganisation die "Nationale Jugendpastoral" Boliviens (PJV) unterstützt, die die katholische Jugendarbeit für das ganze Land koordiniert.

Viele fleißige Helfer

unterwegs Doch bevor neue finanzielle Mittel fließen können, müssen am 30. Mai, dem dritten Sammeltermin in diesem Jahr, die jungen Erwachsenen kräftig zupacken. Um 9 Uhr haben sie damit begonnen, in insgesamt 17 umliegenden Ortschaften und der Stadt Wittlich die an die Straßen gestellten Altkleidersäcke einzusammeln. Die Sammelfahrzeuge steuern den Wittlicher Ladepunkt an, während die Fahrer und ihre jugendlichen Helfern aus den übrigen Orten im Dekanat die Punkte Kinderbeuern, Salmtal, Traben-Trarbach und Wallscheid als Sammel- und Verladestellen anfahren. "Der späte Termin im Mai ist für das Ergebnis vielleicht nicht so günstig", mutmaßt Mark Kemmer, der schon seit vielen Jahren in Wittlich kräftig beim Entladen mit anpackt. "Und man sieht auch immer mehr Altkleider-Container, die auf Parkplätzen aufgestellt sind", meint er mit Blick auf die größer werdende Konkurrenz auf dem umkämpften Markt um die Altkleider. Ob etwas weniger oder nicht - die Säcke stapeln sich zusehends bis unters Dach des Laderaums.

Als der große Hänger des Traktors aus Altrich abgeladen wird, stehen Katharina, Johanna, Lea, Dennis, Hannah, Wolfgang und Mark auf der riesigen LKW-Ladefläche und haben jede Menge Spaß. Kein Kuriosum unter den entdeckten Sammelobjekten, das die oft nicht richtig verschlossenen oder kaputt gegangenen Säcke freigeben, bleibt unkommentiert. "Die blaue Jacke hier, die wäre doch gut für die Sternsingeraktion", witzelt einer der Helfer. "Und der ist nichts mehr für sonntags in die Kirche", spottet Mark über einen verwaschenen, roten Flanell-Schlafanzug mit Hündchen-Muster. Zusammen mit einem schwarz-goldenen Pailletten-Oberteil und dicken, bunten Fußwärmern mit Tiergesicht sowie einer kleinen Plüschtiersammlung ist schon bald die Kollektion für die abschließende "Bad-Taste-Modenschau" komplett: je schlechter der Geschmack, desto besser. Noch schnell das traditionelle Shooting fürs Album - und schon rollt eines der Fahrzeuge, auf die man noch gewartet hat, auf den Hof.

Auf einer Liste kontrolliert Clara Bohr, welche Fahrzeuge noch fehlen. Sie und Konstanze Münninghoff sind die Ladeverantwortlichen vor Ort. Am Ladepunkt Wittlich sorgen sie dafür, dass möglichst alles glatt läuft. Immer wieder klingelt das Handy von Konstanze. In Traben-Trarbach scheint der LKW nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Armin Surkus-Anzenhofer von der koordinierenden FachstellePlus Marienburg sei auf dem Weg dorthin. Und "Landscheid hat einen Motorschaden", meldet sich jemand. Wenig später hat der alte Kleinlaster es doch bis auf den Hof und an die Ladekante des LKWs geschafft. "Mein Vater war schon Ladeverantwortlicher", erzählt Konstanze, und wie sie bereits als Kind mitgeholfen und ab 2007 diese Aufgabe übernommen hat. Die Bolivienpartnerschaft sei "ihr Ding", sie sei da hineingewachsen: Sternsingeraktion, kirchliche Jugendarbeit. "Und wir hatten auch bolivianische Austauschschüler zuhause", berichtet die junge Religionslehrerin, der ihre Aufgabe sichtlich Freude macht.

"Faire" Verwertung ist wichtig

Das letzte Fahrzeug ist ein weißer LKW mit dem roten Schriftzug "hellmann Worldwide Logistik". Die Speditionsfirma mit einer Wittlicher Niederlassung stellt alljährlich nicht nur ein Fahrzeug, sondern auch den Fahrer. Weil man in der Stadt keine Traktoren einsetzen kann, ist man auf Hilfe angewiesen. "Die drei Fahrzeuge für Wittlich kosten uns überhaupt nichts", berichtet Gemeindereferentin Heike Feldges. "Und auch sonst erfahren wir so viel fremde Unterstützung..." Im Gegensatz zum Sammelfahrzeug der Spedition ist der nun fast volle Lade-LKW schon ziemlich in die Jahre gekommen. "Es sind meist holländische oder polnische Laster, die zu den Sortierfabriken fahren", erklärt Konstanze. Das erste Ziel des Trucks wird Langenenslingen südwestlich von Ulm sein. Im dortigen Sortierwerk werden die Textilien nach Kategorien und Qualitätsstufen sortiert. Ein Teil kann nur als Wertstoff recycelt werden. Von den tragbaren Altkleidern gelangen einige wenige Prozent in deutsche Sekond-Hand-Läden, "das muss schon 1a-Ware sein", skizziert Konstanze den weiteren Weg der Kleidung. Ein Großteil wird dann in andere Länder exportiert, insbesondere nach Afrika, wo westliche Marken-Kleidung als Statussymbol hoch im Kurs stehe. "Exportiert wird jedoch nicht nach Bolivien", ergänzt sie - was vielen Jugendlichen nicht bewusst sei. Wichtig sei die "faire" Verwertung. Deshalb hat sich die Bolivienkleidersammlung dem Dachverband "FairWertung e.V." angeschlossen, der sich um eine faire und transparente Kleidersammlung bemüht. Zu den verbindlichen Vorgaben gehören die Grundsätze Gemeinnützigkeit, eigenverantwortliche Sammlung, Einhaltung aller Rechtsnormen, wahrheitsgemäße Information, Umweltschutz und verantwortliche Entsorgung sowie umfassende Transparenz und Kontrolle.

Auf die Menge der gesammelten Kleidung an diesem Tag sind Konstanze und die anderen Helfer gespannt. 2014 kamen in der Stadt Trier und den Kreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg, Vulkaneifel und Cochem-Zell 433 Tonnen alte Kleidung zugunsten der Bolivienpartnerschaft zusammen. Insgesamt sind an fünf Terminen übers Jahr verteilt an die 3.000 Jugendliche und junge Erwachsene im gesamten Bistum unterwegs und sammeln dabei rund 2.000 Tonnen alte Kleidung.

Weiter Informationen gibt es beim BDKJ Trier, Tel.: 0651-9771-100, unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bolivienkleidersammlung.de, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bdkj-trier.de, auf Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.facebook.com/bdkjtrier und unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fairwertung.de.

Bischöfliche Pressestelle vom 01. Juni 2015

Kommunale Sammlungen schmälern Bolivienhilfe

Saarbrücken:  Knapp 400 Tonnen gebrauchte Kleidung haben Jugendliche aus den Pfarrgemeinden des Saarlandes im abgelaufenen Jahr für die Partnerschaftsarbeit in Bolivien gesammelt.

Wie das Bolivienreferat des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier mitteilte, ist das Ergebnis der Bolivien-Kleidersammlung damit gegenüber dem Vorjahr um 11,7 Prozent zurückgegangen. Während in einigen Regionen die Sammelmengen in etwa gleich geblieben seien, müsse man für die Stadt Saarbrücken einen deutlichen Rückgang feststellen, was der BDKJ mit den regelmäßigen Kleidersammlungen der Stadt selbst erklärt.

Das Bolivienreferat bedankte sich bei allen, die auch im Jahr 2014 die langjährige Partnerschaftsarbeit in Bolivien mit ihrer Altkleiderspende unterstützt haben. Ein besonderer Dank gelte den rund 3500 jungen Leuten, die durch ihre Mitarbeit und ihr solidarisches Handeln diese Aktion für benachteiligte Menschen in Bolivien erst ermöglichten.

Zwei Partnerorganisationen in Bolivien werden mit den Erlösen aus der Aktion gefördert, informierte das Bolivienreferat: Die Jugend- und Berufungspastoral Boliviens und die Stiftung "Solidarität und Freundschaft Chuquisaca-Trier". Diese Stiftung engagiert sich in der Schulbildung und beruflichen Förderung für benachteiligte Kinder- und Jugendliche auf dem Land. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Inklusionsarbeit mit physisch und psychisch behinderten Kindern. Unterstützt werde auch ein Projekt, das sich mit dem Klimawandel und Maßnahmen einer effektiven Nutzung von Regenwasser befasst.

Die Bolivien-Kleidersammlung wird unter dem Zeichen von "FairWertung" durchgeführt und in der Qualität ständig überprüft. Zu den Standards gehörten unter anderem die Gemeinnützigkeit, Umweltschutz, verantwortliche Entsorgung, umfassende Transparenz und Kontrolle.

 

Quelle: Bischöfliche Pressestelle

Die Bolivien-Kleidersammlung...

Zwei Jugendliche bei der Bolivien-Kleidersammlung

Die Bolivien-Kleidersammlung der Katholischen Jugend im Bistum Trier, die jährlich vom BDKJ organisiert wird, ist seit über 45 Jahren ein voller Erfolg!

Seit 1966 sammeln jährlich bis zu 9.000 Jugendliche und jungen Erwachsene bis zu 1.800 Tonnen gebrauchte Kleidung.

Neben dem Spaß, der für die Jugendlichen mit den Kleidersammlungen verbunden ist, sichern die Erlöse der Bolivien-Kleidersammlung die finanzielle Unterstützung der beiden Partnerorganisationen in Bolivien, die sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzen: Die Jugend- und Berufungspastoral Boliviens (PJV) koordiniert und fördert die Jugendpastoral in ganz Bolivien. Die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca – Trier“ unterhält 25 Ausbildungszentren für ca. 1.500 Kinder und Jugendliche auf dem Land. Den Jüngeren wird eine Schulausbildung ermöglicht. Älteren wird die Möglichkeit zur Berufsausbildung oder zum Studium geboten. Der Fokus ist jeweils auf die Schwachen gerichtet. Deshalb erhalten nun auch Personen mit Behinderungen besondere Förderung. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen werden gerade in ländlichen Gebieten Boliviens diskriminiert und vernachlässigt. Es gibt keine materielle, medizinische oder therapeutische Unterstützung vom Staat. Daher verfolgt die Stiftung einen ganzheitlichen Ansatz und arbeitet auch mit den Familien und Pfarreien. Es ist das Anliegen, Menschen mit Behinderungen nicht nur sichtbarer machen, sondern sie auch in die Gesellschaft zu integrieren. Um diese Arbeit umzusetzen, werden verschiedene Kooperationen eingegangen. Doch die Finanzierung aus den Erlösen der Kleidersammlung ist unerlässlich.
Wir haben uns den FairWertungs-Standards für eine faire und transparente Kleidersammlung verpflichtet, was eine deutliche Unterscheidung zu anderen Sammlungen ausmacht. Zu den verbindlichen Standards gehören: u. a. Gemeinnützigkeit, klare und wahrheitsgemäße Information, Umweltschutz und verantwortliche Entsorgung, umfassende Transparenz und Kontrolle. Der Dachverband FairWertung e.V. beobachtet die Entwicklung auf dem weltweiten Markt für Second Hand Kleidung (www.fairwertung.de).

Ein Rückblick auf 40 Jahre Säcke sammeln und mehr:

Die 60er Jahre:
1960: Partnerschaftsvertrag zwischen den Diözesen Trier und Sucre, Bolivien
1966: erste Bolivien-Kleidersammlung (Rekord-Sammelmenge: 3.500 t)

Die 70er Jahre:

Mitte 70er: Beginn begleitender Info-Veranstaltungen zu Bolivien und Entwicklungspolitik.

1979: Die Bolivienpartnerschaft Trier-Sucre wird mit der höchsten staatlichen Auszeichnung Boliviens versehen, dem "Condor de los Andes".

Die 80er Jahre:
1980: Militärputsch in Bolivien - Bei den Kleidersammlungen werden auch Unterschriften gegen die Militärregierung gesammelt.
Ab 1985: massive Transportprobleme durch die Stilllegung von Güterbahnhöfen

Die 90er Jahre:
Ab 1993: Besichtigungsfahrten zu Gebrauchtkleider-Sortierbetrieben in Rotterdam
1994: Rekorderlös von 1.396.000 DM durch hohen Kilopreis von 0,69 DM/kg
Ab 1995: Der BDKJ wird Lizenznehmer von FairWertung.
Ab 1997: Beginn von „Second Hemd und Hose - der alternative Kleidermarkt”
Ab 1999: Einführung zusätzlicher Abgabestellen, der Kleiderpunkte

Die 2000er Jahre:
Ab 2001: Statt an drei Terminen findet die Kleidersammlung nun an 5 Terminen statt.
2004: starker Einbruch bei den Erlösen - Krise auf dem Altkleidermarkt
2005: Die Sammelmenge erreicht nach 11 Jahren wieder die 2.000-Tonnen-Marke.
2006: 40 Jahre Bolivienkleidersammlung

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